Flucht und Asyl – Diskurse, Strategien und politische Bildung

Flucht und Asyl bilden derzeit den Brennpunkt nationaler wie supranationaler Politik in Europa. Der öffentliche Diskurs darüber entfaltet sich um Begriffe wie Sicherheit, Integration oder europäische Werte und bringt bürokratisierende Wortschöpfungen wie „Grenzzaunmanagement“ oder „Obergrenzen“ hervor. Ein durchweg negatives Bild von geflüchteten Menschen begleitet diese durch Massenmedien verbreitete, jargonhafte Sprache: Flüchtlinge werden als Horden dargestellt, die in unser wohlverdientes zivilisiertes Leben „einfallen“ und unsere von Humanität, Gendergleichheit und Demokratie getragene Ordnung zerstören könnten.

Nicht nur sprachliche und bildliche Strategien sind aber in Aktion, sondern auch ein ganzes Bündel von juridischen und polizeilichen Maßnahmen. Der Genfer Flüchtlingskonvention stehen gegenwärtig verschärfte nationalstaatliche Asylgesetze und restriktive EU-Verordnungen gegenüber. All diese Diskurse, Strategien und juridischen Maßnahmen machen die Tatsache vergessen, dass Asyl ein Menschenrecht ist. Die wirkliche Herausforderung selbst bleibt zudem unberührt: Laut UNHCR sind derzeit ca. 60 Millionen Menschen auf der Flucht, davon ca. 20 Millionen über die eigene Landesgrenze hinweg, und diese bisher höchste verzeichnete Zahl wächst auch rasant.

Es ist nicht die Aufgabe der politischen Bildung, hierzu Lösungen anzubieten – sehr wohl ist es aber ihre (zumal der politischen Erwachsenenbildung) Aufgabe, eine Plattform für öffentliche Diskussionen bereitzustellen, auf der verschiedene Perspektiven, Interessen und politische Ansätze in gebührender Kontroversität aufeinandertreffen können. Ebenso ist es ihre Aufgabe, diese Diskussion durch didaktische Aufbereitung von Methoden und Fakten zu begleiten – und sie durch kritische Betrachtung von sprachlichen Klischees, Vorurteilen, Ideologien wie Rassismus und Sexismus sowie von Freund-Feind-Schemata zu repolitisieren.

Konzept und Koordination

Hakan Gürses: wissenschaftlicher Leiter der Österreichischen Gesellschaft für Politische Bildung, 1997–2011 Lektor und Gastprofessor für Philosophie an der Universität Wien, http://www.hakanguerses.at.

Rahel Baumgartner: Geschäftsführerin und wissenschaftliche Mitarbeiterin der Österreichischen Gesellschaft für Politische Bildung; Sozialpädagogin, Kultur- und Sozialanthropologin.

Thomas Hübel: Generalsekretär des IWK.

Annette Winkler: Programmmanagerin an der Volkshochschule Mariahilf.

Eine Kooperation von: Österreichische Gesellschaft für Politische Bildung (ÖGPB), VHS Mariahilf, Depot, IWK

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