Politische Erwachsenenbildung

Macht und Ermächtigung in der politischen Erwachsenenbildung

Macht ist zweifelsohne ein Schlüsselbegriff in der politischen Bildung. Zum einen handelt es sich dabei um eine politische und politikwissenschaftliche Grundkategorie: Die Lokalisierung von Macht sowie die Frage nach dem Umgang mit Macht haben eine zentrale Bedeutung für die Analyse und Konzeption des Politischen. Macht kann erlangt, verändert, kritisiert oder einfach erklärt werden – sehr wohl kann sie zudem als Analyseraster dienen, um soziopolitische Veränderungen zu verstehen. Macht wird von Herrschaft und Repression unterschieden, gegenüber Widerstand verortet und mit hegemonialen Kämpfen sowie Wissen in Verbindung gebracht. Somit ist Macht nicht nur Thema und Forschungsgegenstand in der politischen Bildung, sondern berührt zum anderen durchweg auch die gesellschaftliche Funktion der (politischen) Bildung. In den Blick zu nehmen sind ebenso die Machtverhältnisse, die von Bildung selbst angestiftet werden und als eine wesentliche Komponente Bildungseinrichtungen mit strukturieren.

In den letzten Jahren gewinnt, insbesondere im Zusammenhang mit benachteiligten und ausgeschlossenen sozialen Gruppen sowie mit bürgerschaftlichem Engagement, der Begriff Ermächtigung als Übersetzung des englischen Wortes empowerment an Bedeutung. Empowerment entstammt dem Kontext der Sozialarbeit und der Sozialpsychologie und wurde in den letzten Jahren auch zu einem oft angegebenen Ziel der Partizipationsbewegungen, der Selbstorganisationen von „Machtlosen“ und der politischen Bildung. Verstanden als „Ausstattung der Machtlosen mit Selbstkompetenz“, wird dieses Konzept aber auch zunehmend zum Gegenstand der Kritik: Es wird just wegen seines starken „Selbst“-Bezugs mit Neoliberalismus in Verbindung gebracht.

Macht und Ermächtigung: In der Vortragsreihe stehen diese beiden zentralen Begriffe des Politischen und der politischen Erwachsenenbildung zur Diskussion.

Konzeption und Organisation

Rahel Baumgartner: Geschäftsführerin und wissenschaftliche Mitarbeiterin der Österreichischen Gesellschaft für Politische Bildung; Sozialpädagogin, Kultur- und Sozialanthropologin.

Hakan Gürses: wissenschaftlicher Leiter der Österreichischen Gesellschaft für Politische Bildung, 1997–2011 Lektor und Gastprofessor für Philosophie an der Universität Wien.

Reinhard Patak: wissenschaftlicher Mitarbeiter der Österreichischen Gesellschaft für Politische Bildung; Politikwissenschaftler.

In Kooperation mit der Österreichischen Gesellschaft für Politische Bildung (ÖGPB), dem Depot und dem Jour fixe Bildungstheorie | Bildungspraxis.

Veranstaltungen

Datum/Zeit Veranstaltung
​Mi 22/10/2014
19:00–21:00
Stefanie Wöhl: Macht: Schlüsselbegriff zur Ermächtigung? Depot, Wien
​Di 11/11/2014
19:00–21:00
Hakan Gürses: Plätze des Protests und Neo-Bonapartismus Depot, Wien
​Di 02/12/2014
19:00–21:00
Gergana Mineva: Ermächtigung: Ansprüche und Widersprüche Depot, Wien
​Mi 10/12/2014
19:00–21:00
Stefan Vater: Governance – Steuerung und Erwachsenenbildung IWK, Wien