Was bleibt vom griechischen Sommer? Srećko Horvat über Liebe, Revolution und den Tag danach

Datum/Zeit
​Do 15/10/2015
19:00–21:00

Ort
IWK

Typ
Vortrag

Als es aussah, Alexis Tsipras könnte sich mit einer linken Regierung auf den Marsch durch die Institutionen machen und damit ganz Europa anstecken, war man solidarisch: Wenn man es schon selbst nicht schaffe, so könnte doch wenigstens in Griechenland die Revolution zünden und uns das gute Leben bringen. Man war euphorisiert von einem summer of hope, weil die Angst – auch die vor dem eigenen Scheitern – wenigstens kurzfristig die Seiten gewechselt hatte: Das Narrativ der Sparpolitik zeigte Risse und das neoliberale Europa war zur Kenntlichkeit entstellt.
Doch was bleibt nun, da die Sonne wieder tiefer steht? Gehen wir einem neuen Morgenrot entgegengehen? Wird es wieder Nacht über Europa? War der griechische Sommer der One-Night-Stand der europäischen Linken oder trauen wir uns endlich, das gute Leben zu umarmen?
Der kroatische Philosoph und politische Aktivist Srećko Horvat stellt in seinem neuen Buch „The Radicality of Love“ den Revolutionären des 20. Jahrhunderts Fragen über die Liebe. Was haben Revolution und Liebe gemeinsam? Was ist so radikal an ihnen? Und warum fehlt das Thema Liebe in allen gegenwärtigen Umstürzen und Bewegungen von Tahrir bis Taksim, von Occupy Wall Street bis nach Athen?
Mit Srećko Horvat diskutiert der Philosoph Robert Pfaller (Wien).

Vortrag und Diskussion in englischer Sprache

Vortragende

Srećko Horvat: Philosoph, Autor und Aktivist. Bekannt ist er vor allem durch seine Tätigkeit als Direktor des „Subversive Festivals“ in Zagreb.

Robert Pfaller: Professor für Philosophie an der Kunstuniversität Linz.

Konzept und Koordination

Tamara Ehs: Politikwissenschafterin in Wien und Vizepräsidentin des IWK.