Susanne Blumesberger: Hermynia Zur Mühlen – widerständig und innovativ.

Datum/Zeit
​Di 05/10/2021
18:30–20:30

Ort
Online

Reihe
Das Exil von Frauen – Historische Perspektiven und Gegenwart

Typ
Vortrag

Zugangsdaten Zoom: https://zoom.us/j/96377013337?pwd=bzZGWVZFREMxNk1pdVZoTjlnNHFPUT09#success

Hermynia Zur Mühlen wurde 1883 als Gräfin Folliot de Crenneville-Poutet in Wien geboren und entstammte einer der angesehensten Familien der Monarchie. Ihr Leben war geprägt vom Widerstand gegen die Familie, gegen die Unterdrückung der Frau, gegen soziale Ungerechtigkeiten und gegen den Faschismus. Dank ihrer proletarischen Märchen, in denen sie dem Arbeiterkind komplexe gesellschaftliche Prozesse in einfacher Weise zu erklären versuchte, zählte sie zu den bekanntesten Kinderbuchautorinnen der proletarisch revolutionären Literaturbewegung der Weimarer Republik.

Außerdem übersetzte sie nahezu 150, meist sozialkritische Werke russischer, französischer, englischer und amerikanischer AutorInnen, u. a. Upton Sinclair. In ihren eigenen Romanen verknüpfte sie vielfach die Erfahrungswelt der Aristokratie mit sozialistischen und frauenbewegten Problemstellungen. In dem nach ihrer Emigration verfassten Roman Unsere Töchter, die Nazinen schildert sie den Sieg des Nationalsozialismus, die Auswirkungen des Antisemitismus und die Formierung von Widerstand.

 

Susanne Blumesberger, Mag. & Dr. phil., MSc; Studium der Publizistik- und Kommunikationswissenschaft/ Germanistik an der Universität Wien. 1999–2014 Mitarbeiterin des Projekts „biografiA. Datenbank und Lexikon österreichischer Frauen“ am Institut für Wissenschaft und Kunst. Seit 2007 Mitarbeiterin der Universitätsbibliothek Wien, Repository-Managerin von Phaidra, das digitale Langzeitarchivierungssystem der Universität Wien, Leitung der Abteilung Repositorienmanagement PHAIDRA-Services. Lehrbeauftragte der Universität Wien für Kinder- und Jugendliteratur. Obfrau der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendliteraturforschung (ÖG-KJLF), Obfrau-Stellvertreterin des Vereins zur Förderung und Vernetzung frauenspezifischer Informations- Dokumentationseinrichtungen in Österreich (FRIDA). Mitherausgeberin der Fachzeitschrift „libri liberorum. Zeitschrift der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendliteraturforschung“.

Bibliographie

Susanne Blumesberger & Jörg Thunecke (Hg.): Die rote Gräfin: Leben und Werk Hermynia Zur Mühlens während der Zwischenkriegszeit (1919–1933) [= biografiA – Neue Ergebnisse der Frauenbiografieforschung, hg. von Ilse Korotin; 23]

Jörg Thunecke (Hg.) in Zusammenarbeit mit Susanne Blumesberger:
Hermynia Zur Mühlen – Drei Romane „Es ist später, als du glaubst!“ Drei unbekannte Romane: Er heiratet nicht für Geld | Das tote Schloß | Der Hexenkessel [= biografiA – Neue Ergebnisse der Frauenbiografieforschung, hg. von Ilse Korotin; 22]