Sigmund Freud: Politik und die Bewusstmachung des Unbewussten

Datum/Zeit
​Di 08/05/2018
18:00–19:00

Ort
IWK

Typ

Wissenschaftliche Analyse, Forschung über die menschliche Psyche, das Unbewusste und die starke Betonung von Sexualität liefen dem Zeitgeist des auslaufenden 19. Jahrhunderts entgegen, ob euphorisch-bejahend oder kritisch-ablehnend – als Begründer der Psychoanalyse gelang Freud zu internationalem Ruhm. Er hat damit eine Tür für die Wissenschaft geöffnet, die bisher verschlossen war. Freud zeigt uns mit dem Bewusstmachen vom Unbewussteneinen Weg aus diesem Gefühl der Ohnmacht. Er entwickelte eine empirisch, rational erklärbare Wissenschaft die sich mit dem Gefühlsleben der Menschen auseinandersetzte.

Zunächst ist man nicht Herr über das eigene Ich, erst durch die Wahrnehmung der Gestaltungsmöglichkeiten und die Vernunft (das Gehirn) wird man Herr im eigenen Haus. Das Seelenleben gestalten und ändern zu können, indem man psychologische Strukturen sichtbar macht, ihnen das Unwirkliche nimmt und sie dadurch auf eine erklärbare, nachvollziehbare Ebene zu manövrieren. Der denkende Trieb, menschliche Phantasie, Lustgenuss kann den Trieb gestalten, wir stehen ihm nicht Machtlos gegenüber. Es ist viel leichter sich Irrationalitäten hin zugeben, als sich mit der Erkenntnis auseinander zu setzten, dass das Unbewusste gesteuert werden kann, denn dann muss man Verantwortung dafür übernehmen, erlangt jedoch auch Freiheit in Form von Handlungsspielraum.

Die politische Psychologie endet nicht bei der Manipulation, sie zeigt uns vielmehr einen Weg unser selbst unsere Handlungen besser zu verstehen, dadurch rationalere Entscheidungen treffen zu können, unabhängig von der herrschenden Klasse oder Ökonomie. Zusammenhänge aufzudecken, um sich von der Angstmacherei, der uns teilweise selbst auferlegten Zwänge befreien zu können und zu wollen und dadurch verstärkt auf das Selbst in der Masse bauen und es wagen Forderungen zu stellen, die dann jedem Einzelnen zugutekommen, auch wenn man zu Beginn nur wenig für seine Ideen begeistern kann.

Ein Vortrag von Manuela Egger:  Sigmund Freud: Politik und die Bewusstmachung des Unbewussten