Logischer Empirismus, Lebensreform und die deutsche Jugendbewegung (II)

Datum/Zeit
​Mi 15/06/2016
Ganztägig

Ort
IWK

Typ
Tagung

Der Logische Empirismus ist nicht in einem ahistorischen Vakuum entstanden. So erweisen sich vor allem solche idiosynkratischen historischen Phänomene wie die deutsche Jugendbewegung, die Wandervogel-Bewegung, die Freistudentenschaft und der Sera-Kreis als wichtige formative Faktoren für die frühen philosophischen Karrieren von Logischen Empiristen wie Rudolf Carnap, Hans Reichenbach und Kurt Grelling. Ziel dieser Tagung ist es, diesen Einflüssen der Jugendbewegung nachzugehen und den damit in Verbindung stehenden Bezügen zu durchaus heterogenen Kontexten wie der Dilthey-Schule, dem Neukantianismus, der deutschen Lebensreform-Bewegung um 1900, der Esperanto- und der Bauhaus-Bewegung. Wichtige Brückenfunktionen übernehmen dabei eine Reihe von nicht dem Logischen Empirismus zuzuordnende Persönlichkeiten wie Wilhelm Flitner, Hans Freyer, Friedrich Jodl, Karl Korsch, Franz Roh und Gustav Wyneken. Ein weiteres Thema der Konferenz werden die frühen Tagebücher (1908–1935) von Rudolf Carnap sein, welche vielfache Einblicke in die meisten der in dieser Konferenz thematisierten Netzwerke und Bewegungen erlauben. Zur Zeit werden diese Tagebücher am Institut Wiener Kreis für die Publikation vorbereitet.

Programm

Mittwoch, 15.6.

  • 09.00-10.00: Christian Damböck, Lois M. Rendl, Roman Jordan: Rudolf Carnaps Tagebücher (1908-1935)
  • 10.30-11.30: Eva-Maria Engelen: Rudolf Carnaps Tagebücher und Kurt Gödels philosophische Notizbücher im Vergleich
  • 11.30-12.30: Anne Siegetsleitner: Logischer Empirismus, Bauhaus und Lebensreform
  • 14.00-15.00: Meike Werner: Debatten über Deutschlands Zukunft. Rudolf Carnaps „Politische Rundbriefe“ 1918
  • 15.30-16.30: Lois Marie Rendl: Das Buchenbacher Treffen (1920): Carnaps Wende zur Wissenschaftsphilosophie im Kontext der Jugendbewegung
  • 16.30-17.30: Christoph Limbeck-Lilienau: Rudolf Carnap und die Erlanger Tagung 1923

Konzept und Koordination

Christian Damböck: Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut Wiener Kreis und am Institut für Philosophie, Leiter des FWF- Forschungsprojekts „Der frühe Carnap im Kontext. Drei Fallstudien und die Tagebücher“.
Günther Sandner: FWF Research Fellow am Institut Wiener Kreis.
Meike Werner: Associate Professor of German and European Studies an der Vanderbilt University.

Eine Kooperation von: Institut Wiener Kreis, Fakultät für Philosophie und Bildungswissenschaft der Universität Wien, IWK.Diese Tagung ist Teil des Forschungsprojekts »Der frühe Carnap im Kontext. Drei Fallstudien und die Tagebücher« (FWF-Projekt P27733).