Jenseits des Nihilismus. Interdisziplinäres Symposion anlässlich des 100. Geburtstages von Albert Camus

Datum/Zeit
​Fr 06/12/2013
13:30–20:30

Ort
Otto-Mauer-Zentrum

Typ
Tagung

Albert Camus (1913–1960) ist lange Zeit als Denker des Absurden und – neben Sartre – als Vertreter eines atheistischen Existenzialismus wahrgenommen worden; beide Etikettierungen hat Camus selbst noch entschieden zurückgewiesen. In dieser Tagung sollen daher die Vielschichtigkeit und auch die Aktualität seines Denkens zur Sprache gebracht werden. So gilt es vor dem Hintergrund des postkolonialen Diskurses, Camus’ politisches Engagement in Algerien neu zu bewerten. Weiters tritt in den philosophischen Essays, die Sartre abschätzig abgetan hatte, ein Denken hervor, das Motive von so gegensätzlichen Denkern wie Kierkegaard und Nietzsche verarbeitet. In „L’homme revolté“ (1951; dt. „Der Mensch in der Revolte“) entwickelt Camus eine politische Ethik, die zentrale Motive des gegenwärtigen Ethikdiskurses vorwegnimmt. Nicht zuletzt hat sich Camus abseits eines dogmatischen Atheismus um eine differenzierte Auseinandersetzung mit Religion, insbesondere mit dem Christentum, bemüht.

Programm

Freitag, 6.12.2013

  • 13.30 Uhr: Begrüßung, thematische Hinführung
  • 13.40–14.50 Uhr: Werner Ruf (Kassel): Frankreichs Kolonialismus in Algerien – Albert Camus und die Ambivalenzen eines Intellektuellen
  • 14.50–16.00 Uhr: Hans Schelkshorn (Wien): Revolte und Dialog. Albert Camus, Diskursethik und die lateinamerikanische Philosophie der Befreiung
  • 16.30–17.40 Uhr: Rudolf Kaisler (Wien): „Eine Maßlosigkeit im Maß finden“ – Christliches Übermaß und mittelmeerisches Denken im Zwiegespräch
  • 17.40–18.50 Uhr: Cornelius Hell (Wien): „Das Evangelium aus Stein, Himmel und Wasser“. Albert Camus und das Christentum
  • 19.15–20.30 Uhr: Annemarie Pieper (Basel): Absurdes Dasein. Camus auf der Spur von Kierkegaard und Nietzsche

Vortragende

Cornelius Hell: österreichischer Literaturkritiker, Übersetzer und Essayist.

Rudolf Kaisler: Theologe, Fakultätsmanager der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien.

Annemarie Pieper: Professorin i.R. am Institut für Philosophie der Universität Basel.

Werner Ruf: Professor i.R. für Internationale und intergesellschaftliche Beziehungen und Außenpolitik an der Universität Kassel.

Hans Schelkshorn: a.o. Professor am Institut für Christliche Philosophie der Universität Wien.

Konzeption und Organisation

Rudolf Kaisler, Hans Schelkshorn

In Kooperation mit dem Forum Zeit und Glaube/Katholische AkademikerInnen Wien