Inge Hinterwaldner: Das Programmieren des Indeterminierten?

Datum/Zeit
​Do 15/12/2016
19:00–21:00

Ort
IWK

Reihe
Kunst und Medientechnik

Typ
Vortrag

Im Rahmen der Künstlergruppe „Neue Tendenzen“ kursierten in Europa um 1960 mehrere Konzepte, die einander scheinbar ausschlossen, beispielsweise die unvorhersehbare Offenheit eines Kunstwerks einerseits und seine objektivierende Programmierung andererseits. Auch der Philosoph Umberto Eco entwickelte in seinem Buch „Opera aperta“ (1962) eine entsprechende Dichotomie. Er spricht zum einen von den Künstler_innen des materialverbundenen Informel, welche den Zufall einbeziehen, und zum anderen von mathematikaffinen Kunstschaffenden, die sich auf dreidimensionale kinetische Arbeiten spezialisieren, in denen eine Programmierung eingebaut wird. Dennoch bezweifelt Eco letztlich, dass sich Aleatorik und Regelhaftigkeit ausschließen müssen. Dabei kann man an Zufallsgeneratoren denken. Der Vortrag untersucht dieses Spannungsverhältnis zwischen dem Definitorischen und dem Indeterminierten anhand von Kunstwerken seit den 1960er-Jahren, in deren Zentrum ein magnetisches Material steht, das sich vermeintlich vielfältig „in den Griff nehmen“ oder „bestimmen“ lässt.

Inge Hinterwaldner: derzeit Gastprofessorin an der Humboldt-Universität zu Berlin.