Ilka Quindeau: An den Grenzen des Sagbaren – Zur sprachlichen Repräsentation traumatischer Erfahrungen

Datum/Zeit
​Do 07/11/2013
19:30–21:00

Ort
Seminar Zentrum

Reihe
Psychoanalyse und Gesellschaftstheorie

Typ
Vortrag

Die Fragestellung des Vortrags möchte ich von einem prakti-schen Problem aus entfalten, das mich seit einigen Jahren beschäftigt, seitdem ich als psychologische Gutachterin in Sozialgerichtsfällen tätig bin und u.a. sog. „Glaubwürdigkeitsgutachten“ zu den Entschädigungsanträgen von Holocaust-Überlebenden erstelle. Angesichts der Extremtraumatisierung der AntragstellerInnen werden die Grenzen sprachlicher Repräsentationen unmittelbar relevant. Die Problematik wird im Anschluss an Freud und Alfred Lorenzer anhand von drei Fragen herausgearbeitet: 1) Die Problematik der Zeugenschaft von traumatisierten Menschen; 2) die Einsicht in den Konstruktcharakter der autobiographischen Erinnerung; und 3) die Konzeption von Trauma als körperliche Affizierung.
Ilka Quindeau: Psychologin, Soziologin und Psychoanalytikerin, Professorin für Klinische Psychologie an der Fachhoch-schule Frankfurt/M.