Ist Freud nicht von den Werkzeugen europäischen Denkens abhängig geblieben? Belässt er nicht einige Aspekte der analytischen Praxis im Dunklen? Um sich dessen bewusst zu werden, muss man wohl Europa verlassen. Was François Jullien anbietet, sind fünf vom chinesischen Denken abstrahierte Begriffe, in denen sich das, was in einer Therapie passiert, besser reflektieren und verstehen lässt. Ebenso viele Annäherungsversuche, die das Ungedachte der Psychoanalyse offenbaren.
Publikation: François Jullien: China und die Psychoanalyse. Aus dem Franz. von Erwin Landrichter, Wien, Berlin: Turia + Kant 2013.
Mit François Jullien (Paris), August Ruhs (Wien), Walter Seitter (Wien), Peter Widmer (Zürich)
Mitwirkende
François Jullien: Philosoph und Sinologe; Professor an der Universität Paris VII; jüngste Publikationen: „China und die Psychoanalyse“ (2013); „Philosophie des Lebens“ (2013), „Die fremdartige Idee des Schönen“ (2012).
August Ruhs: Psychiater und Psychoanalytiker, Vorsitzender des Wiener Arbeitskreises für Psychoanalyse.
Walter Seitter: Philosoph in Wien, Mitbegründer und stv. Vorsitzender der Neuen Wiener Gruppe/Lacan-Schule.
Peter Widmer: Psychoanalytiker; Gastprofessur an der Universität Kyoto; Mitbegründer der AFP und des Lacan Seminar Zürich.