Auf dem Weg zu einer gerechten Universalität: Philosophische Grundlagen und politische Perspektiven. X. Internationaler Kongress für Interkulturelle Philosophie

Datum/Zeit
​Mi 08/05/2013–​Sa 11/05/2013
Ganztägig

Ort
Universität Wien

Typ
Tagung

Der Prozess der Globalisierung ist seit dem 15. Jahrhundert vor allem von Europa ausgegangen; auch die ethischen und politischen Grundlagen der gegenwärtigen Weltordnung sind in maßgeblicher Weise von der europäischen Philosophie entworfen worden. Durch die Dekolonisierungsprozesse seit dem 19. Jahrhundert und dem Ende des Ost-West-Konflikts in der Nachkriegszeit sind in den letzten Jahrzehnten neben den sozialen auch die kulturellen Differenzen zwischen den großen Weltregionen verstärkt ins Blickfeld gerückt. Aus diesem Grund hat auch in der Philosophie ein Prozess eingesetzt, in dem die universalethischen und globalpolitischen Ideen der europäischen Philosophie auf den Prüfstand eines globalen interkulturellen Dialogs geraten sind. Diese Tagung versteht sich daher als ein Beitrag zu einem weltweiten Diskurs über die ethisch-politischen Grundlagen der globalen Moderne.

Programm und Ablauf

Mittwoch, 8.5.2013

Ort: Universität Wien, Hauptgebäude, Kleiner Festsaal, Universitätsring 1, 1010 Wien

  •  18.00 Uhr:  Susanne Weigelin-Schwiedrzik, Vizerektorin der Universität Wien: Begrüßung
  • 18.30 Uhr: Raúl Fornet-Betancourt (Aachen): Einführung: Universalität in der Sicht interkultureller Philosophie
  • 19.00 Uhr: Dialoge und/oder Polylog? Gespräch zwischen Heinz Kimmerle (Zoetermeer) und Franz Martin Wimmer (Wien) Moderation: Georg Stenger (Wien)

 Donnerstag, 9.5.2013

Ort: Otto-Mauer-Zentrum, Währinger Straße 2–4, 1090 Wien

I. Sektion: Philosophische Grundlagen

  • 9.00–10.15 Uhr: Juan Carlos Scannone (Buenos Aires): Zur Grundlegung solidarischer Universalität aus der Sicht der Christlichen Philosophie in Lateinamerika
  • 10.30–11.45 Uhr: Peter Hershock (Honolulu): The Value of Diversity: Buddhist Reflection on More Equitably Orienting Global Interdependence
  • 14.00–15.15 Uhr: Jean C. Kapumba Akenda (Kinshasa): Universalität: eine afrikanische Sicht im Dialog mit europäischen Perspektiven
  • 15.30–16.45 Uhr: Matthias Kettner (Witten-Herdecke): Nichtrelativistische Begründung kultureller Relativität
  • 16.45–18.00 Uhr: Abdullahi Ahmed An-Na’im (Atlanta): Breaking the Cycle of Dependency and Resentment
  • 18.15–19.00 Uhr: Podium: Associação Sul Americana de Filosofia e Teologia Interculturais (ASAFTI) Mit Dina Picotti (Buenos Aires), Magali Mendes de Menezes (Porto Alegre), Neusa Vaz e Silva (Canoas)

 Freitag, 10.5.2013

Ort: Otto-Mauer-Zentrum, Währinger Straße 2–4, 1090 Wien

II. Sektion: Politische Perspektiven

  • 9.00–10.00 Uhr: Hans Schelkshorn (Wien): Kosmopolitische Ideen der Moderne. Eine kleine Typologie in interkultureller Perspektive
  • 10.00–11.00 Uhr: Dora Elvira García (México D.F.): Visiones de una universalidad justa en la filosofía política mexicana del presente
  • 11.15–12.15 Uhr: Eduardo Mendieta (New York): World Society, the Public Sphere, and Cosmopolitanism
  • 14.00–15.00 Uhr: Anke Graneß (Bonn/Wien): Feminismus und Afrika: Das Gendermodell      und seine Grenzen. Zur afrikanischen Kritik am universalistischen Erklärungsanspruch des westlichen Feminismus
  • 15.00–16.00 Uhr: Sarhan Dhouib (Kassel): Unrechtserfahrung und die Universalisierung der Menschenrechte. Perspektiven aus der arabisch-islamischen Philosophie
  • 16.30–17.30 Uhr: Sangbong Kim (Seoul): Die Firma als kleine Republik – ein anderer Weg zur postkapitalistischen Gesellschaft
  • 17.30–18.30 Uhr: Josef Estermann (La Paz/Luzern): Zivilisationskrise und Buen Vivir: Eine philosophische Kritik des Kapitalismus aus interkultureller Sicht
  • 18.30–19.00 Uhr: Podium: Die „Wiener Gesellschaft für interkulturelle Philosophie“ und die Zeitschrift „polylog“ – Franz Martin Wimmer, Bianca Boteva-Richter u.a.

Samstag, 11.5.2013

Ort: Otto-Mauer-Zentrum, Währinger Straße 2–4, 1090 Wien

II. Sektion: Politische Perspektiven

  • 9.00–10.00 Uhr: Anand Amaladass (Chennai): Tagore’s Construction of Crosscultural Thinking
  • 10.00–11.00 Uhr: Franz Gmainer-Pranzl (Salzburg): „Gerechte Universalität“ lernen? Global Studies als erkenntnistheoretisches und gesellschaftspolitisches Projekt
  • 11.15–12.30 Uhr: Abschlusspodium: Rückblick und weitere Planung

Kongresswebsite: http://gerechteuniversalitaet-ktf.univie.ac.at

Vortragende

Anand Amaladass: Professor em. für Philosophie an der Jesuitenuniversität Satya Nilayam in Chennai, Indien.

Abdullahi Ahmed An-Na’im: Charles Howard Candler Professor of Law at Emory Law, Atlanta.

Bianca Boteva-Richter: Präsidentin der Wiener Gesellschaft für interkulturelle Philosophie.

Sarhan Dhouib: wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Philosophie der Universität Kassel.

Josef Estermann: Professor em. am Instituto Superior Ecuménico Andino de Teología (ISEAT) in La Paz.

Raúl Fornet-Betancourt: Professor für Philosophie an der Universität Bremen und Honorarprofessor an der RWTH Aachen.

Dora Elvira García: lehrt und forscht am Departamento de Humanidades del Tecnológico de Monterrey, México D.F.

Franz Gmainer-Pranzl: Leiter des Zentrums Theologie Interkulturell und Studium der Religionen an der Universität Salzburg.

Anke Graneß: Lehrbeauftragte an der Universität Wien; Leiterin der Redaktion der Zeitschrift »polylog«.

Peter Hershock: lehrt am East-West Center in Honolulu.

Jean C. Kapumba Akenda: Professor für Philosophie der Katholischen Universität von Kongo (UCC), Kinshasa; Privatdozent an der Universität Bremen.

Matthias Kettner: Professor an der Fakultät für Kulturreflexion der Privatuniversität Witten-Herdecke.

Sangbong Kim:Professor für Philosophie an der Chonnam National University, Seoul; Vizepräsident der Corean Philosophical Association.

Heinz Kimmerle: Professor em. für Philosophie am Lehrstuhl für Grundlagen der interkulturellen Philosophie an der Universität Rotterdam.

Magali Mendes de Menezes: Federal do Rio Grande do Sul, Porto Alegre, Brasilien.

Eduardo Mendieta: Professor of Philosophy at the State University of New York, Stony Brook.

Dina Picotti: Professorin em. der Universidad Nacional General Sarmiento, Buenos Aires.

Juan Carlos Scannone: Professor em. für Philosophie an der Universidad del Salvador-San Miguel, Buenos Aires.

Hans Schelkshorn: Professor am Institut für Christliche Philosophie der Universität Wien.

Georg Stenger: Professor für Philosophie in einer globalen Welt am Institut für Philosophie der Universität Wien.

Neusa Vaz e Silva: lehrt Philosophie an der Universität La Salle in Canoas, Brasilien.

Franz Martin Wimmer: Professor i.R. am Institut für Philosophie der Universität Wien; Gründungsmitglied der Wiener Gesellschaft für interkulturelle Philosophie.

Konzeption und Organisation

Hans Schelkshorn, Franz Gmainer-Pranzl, Raúl Fornet-Betancourt

Kongress in Kooperation mit „Concordia. Internationale Zeitschrift für Philosophie“, dem Institut für Christliche Philosophie der Universität Wien, dem Institut für Philosophie der Universität Wien und dem Zentrum „Theologie interkulturell und Studium der Religionen“ der Universität Salzburg