Anthropographien – Erkenntnis, Anmaßung, Idolatrie

Datum/Zeit
​Fr 22/01/2016–​Sa 23/01/2016
Ganztägig

Ort
Institut Français de Vienne

Typ
Tagung

Menschen registrieren oder beschreiben, sie abbilden, schematisieren heißt mit ihnen etwas tun. Welche Konsequenzen hat es, wenn der Mensch in seinem Begehren nach Selbstinszenierung und Selbsterforschung sich zum Thema macht? Welche Doktrin oder Denkform wird jeweils in diesen Darstellungen manifest und wie wirken diese Darstellungen auf sie zurück? Lassen sich Brüche in den Menschendarstellungen der zeitgenössischen Wissenschaft, der Bildenden Kunst, der Mode, der Werbung, der Politik feststellen, die auf einen tiefgreifenden Epochenwandel verweisen? Inwiefern werden in Anthropographien Grenzen gezogen, interne Bereiche segmentiert und isoliert? Welche Perspektiven ermöglichen es uns, die gängigen anthropozentrischen Spiegelspiele zu verlassen?

Programm

Freitag, 22.1.2015

  • 16.00: Walter Pamminger, August Ruhs, Walter Seitter: Begrüßung und Einführung
  • 16.15–18.30: Ulrike Kadi: Lacans Interesse an Topographien
    Walter Pamminger: Anthropomorphe Zeichensetzungen in „Nature“ und „Science“
  • 19.00–20.15 Uhr: Iris Därmann: Zur Geschichte der Sklaventätowierung (krankheitsbedingt abgesagt)

Samstag, 23.1.

  • 10.00–12.30: Sándor Ivády: Erstarrte Dynamik. Todesanzeigen
    Sebastian Hackenschmidt: Nach dem Leben: Über Christine Borlands Porträt einer Unbekannten
  • 14.30–16.30: Aage Hansen-Löve: Ikonen – Fotos – Malerei. Medienkonkurrenz bei Dostoevskij
    Angela Stief: Besessen vom Ich. Leigh Bowery und andere Flaming Creatures
  • 17.00–18.00: Robert Pfaller: Über-Ich, Unter-Ich und Ich. Über unterschiedliche Blickpositionen bei der Selbstbildproduktion

Vortragende

Iris Därmann: Professorin am Institut für Kulturwissenschaft der Humboldt-Universität zu Berlin.

Sándor Ivády: Psychoanalytiker und Psychotherapeut in Ausbildung unter Supervision, Wien.

Sebastian Hackenschmidt: Kustos für Möbel und Holzarbeiten am MAK in Wien.

Aage Hansen-Löve: Universitätsprofessor im Ruhestand am Institut für Slawische Philologie der Ludwig-Maximilians-Universität München.

Ulrike Kadi: Psychoanalytikerin und Psychiaterin, Assistenzprofessorin an der Universitätsklinik für Psychoanalyse und Psychotherapie der Medizinischen Universität Wien.

Walter Pamminger: Chemiker, Buchgestalter, Kurator und Graphiktheoretiker, Wien.

Robert Pfaller: Professor für Philosophie an der Universität für künstlerische und industrielle Gestaltung Linz.

August Ruhs: bis 2011 stellvertretender Vorstand der Wiener Univ.-Klinik für Psychoanalyse und Psychotherapie, Mitbegründer und Vorsitzender der Neuen Wiener Gruppe/Lacan-Schule.

Angela Stief: freie Kuratorin und Publizistin.

Walter Seitter: Philosoph in Wien, Mitbegründer und stv. Vorsitzender der Neuen Wiener Gruppe/Lacan-Schule.

Konzept und Koordination

Walter Pamminger, August Ruhs, Walter Seitter

Eine Kooperation von: Neue Wiener Gruppe/Lacan Schule, Institut Français de Vienne, IWK