Joseph von Sonnenfels und die Wiener Aufklärung

Datum/Zeit
​Fr 08/05/2020
16:00–20:00

Ort
IWK

Typ
Tagung

Die Erinnerung an Denk- und Verhaltensweisen, die der Verbesserung des Daseins der Masse der Bevölkerung gedient haben, bedarf immer wieder des mühseligen Herausarbeitens aus dem historischen Material, aus der Überlieferung der Geschichtsschreibung. Die Auseinandersetzung mit dem Verständnis und der Interpretation von gesellschaftlichen Vorgängen und den Vorstellungen von der politischen Gestaltung der Gesellschaft dient der bewussten Gestaltung und Veränderung bestehender sozialer Verhältnisse. Wenn Aufklärung in der Habsburger Monarchie in der Zeit der Herrschaft von Maria Theresia und Joseph II. in unkonventioneller Weise untersucht wird, dann zeigt sich, wie und in welchem Ausmaß westliche politische Theorien rezipiert worden sind, gleichzeitig aber, in welchem Ausmaß innerhalb des Reiches (auch jenseits der Haupt- und Residenzstadt Wien) neues politisches Denken (und gelegentlich auch Handeln) entfaltet worden ist.

In üblichen historischen Darstellungen wird die Zensurpolitik zur Zeit der aufklärerisch geprägten Reformen unter der Herrschaft Maria Theresias gerne als eine Art Vorwegnahme eines biedermeierlichen Polizeistaates präsentiert.

Bei dieser Tagung werden derartige Auffassungen kritisch analysiert und die tatsächlichen gesellschaftlichen Konflikte im Kampf um eine aufgeklärte und aufklärende Literatur (und ein ebensolches) Theater gezeigt.

Konzept und Organisation:  Johann Dvořák

Programm:

Wynfried Kriegleder: Die Literatur der Wiener Aufklärung. Ein Überblick
Johann Dvořák: Joseph von Sonnenfels, Literatur und Theater
Gerda Lettner: Der Kampf des Adels gegen die Aufklärung und der “Hans Wurst-Streit”