Joseph von Sonnenfels – Literatur und Musik der Aufklärung

Datum/Zeit
​Do 05/04/2018
15:00–19:00

Ort
IWK

Typ
Tagung

Arbeits- und Forschungsfeld „Musik und Gesellschaft“

Musik als potentielles Trägermedium aufklärerischen Gedankenguts. Was wie ein hilfloser Versuch klingt, „tönend bewegte Form“ (Eduard Hanslick) mit einer politisch-aufklärerischen Dimension zu versehen, erhält bei näherem Hinsehen doch ein gewisses Maß an Legitimation: Nicht nur, dass führende Kräfte der geistigen Elite im 18. Jahrhundert nicht selten als begeisterte Förderer des musikalischen Lebens auftraten, vermochte dieses selbst in verstärktem maß aus altgewohntem Trott auszubrechen und Neupositionierungen zu wagen, etwa in der Form der durchaus als experimentell zu bezeichnenden Gattung des Streichquartetts. Dass diese durch Joseph Haydn etablierte Gattung massive Herausforderung für Komponisten und Publikum auch der nachfolgender Generationen werden konnte, liegt nicht zuletzt an der gezielten Förderung durch betuchte Aufklärer wie etwa Gottfried van Swieten, Freund und Förderer Joseph Haydns, der als Freimaurer beträchtlichen Einfluss hatte – eine Weltanschauung, in die auch Wolfgang Amadée Mozart eingebunden war, dessen Freimaurer-Musiken die betreffenden Ideen zu transportieren schienen. Die Kreise scheinen sich zu schließen. Ob sie dies wirklich tun, wird bei dieser Tagung zu hinterfragen sein.

Tagung am 5. April 2018, ab 15 Uhr: Joseph von Sonnenfels Literatur und Musik der Aufklärung

Johann Dvořák: Joseph von Sonnenfels über Literatur, Sprache und die Zivilisierung der Gesellschaft

Wynfrid Kriegleder: Joseph Franz Ratschkys Melchior Striegel – ein hochpolitisches komisches Epos?

Gerhard Scheit (angefragt): Die Figur Hanswurst im Zeitalter der Aufklärung

Markus Vorzellner: Joseph Haydns Oratorium „Die Jahreszeiten“ als Werk der Aufklärung