Das kulturelle Umfeld des Wiener Kreises

Datum/Zeit
​Do 14/04/2016–​Fr 15/04/2016
09:00–14:00

Ort
IWK

Typ
Tagung

Die Diskussionsgruppe Wiener Kreis, die zwischen 1924 und 1936 regelmäßig tagte, gilt als zentrales Element einer selbstständigen österreichischen Philosophie und als bedeutendster Beitrag Österreichs zur Philosophie des 20. Jahrhunderts. Zudem kommt dem Wiener Kreis aufgrund seiner Vertreibung in den Jahren 1934 und 1938, auf die nach 1945 keine Rückkehr nach Wien mehr folgte, eine zeithistorische und symbolische Bedeutung zu, die seine philosophiehistorische fast aufwiegt. Die Teilnehmer_innen der Diskussionsgruppe waren in vielfältiger Weise in die Kultur ihres Umfeldes, also in die der Wiener Zwischenkriegszeit, eingebettet. Sie standen zu zahlreichen Kulturschaffenden in Kontakt und trugen wesentlich zur Produktion und Rezeption jener Kultur bei. Das Bild, das wissenschaftliche Darstellungen vom kulturellen Umfeld des Wiener Kreises zeichnen, ist vielfältig und facettenreich – das hat zuletzt auch die Ausstellung „Der Wiener Kreis“ (2015) an der Universität Wien und der von Christoph Limbeck-Lilienau und Friedrich Stadler verfasste Katalog „Der Wiener Kreis. Texte und Bilder zum Logischen Empirismus“ verdeutlicht. In einer zweitägigen Tagung wird versucht, diese Vielfalt und diesen Facettenreichtum sowie die Verflechtung des Wiener Kreises mit seinem kulturellen Umfeld zu analysieren. Themen der Tagung sind: Architektur, Bauhaus, CIAM (Congrès Internationaux d’Architecture Moderne), Mathematik in der Literatur, Wechselwirkungen mit der österreichischen Literatur, Neue Sachlichkeit, Ästhetik, Wissenschaftskultur, Volksbildung und Arbeiterbildung, Publikationen zum kulturellen Umfeld des Wiener Kreises, Stand der Forschung.

Folder Programm (PDF, 759 kB)

Programm

Donnerstag, 14.4.2016

  • 9.00 Uhr: Eröffnung
  • 9.30 Uhr: Friedrich Stadler (Wien): Zum Stand der Forschung. Aktivitäten und Publikationen des Instituts Wiener Kreis  (Verein) seit 1991
  • Christian Damböck (Wien): Franz Roh – Nachgelassene Texte zum Neopositivismus 1927–1945
  • 10.30 Uhr: Wolfgang Müller-Funk (Wien): Zwischen mathematischer Exaktheit und erotischer Ungenauigkeitsrelation. Hermann Brochs früher Roman „Die unbekannte Größe“ (1933)
  • 11.30 Uhr: Hans-Joachim Dahms (Berlin): Die Philosophie des Wiener Kreises: ein Ausdruck der neuen Sachlichkeit?
  • 14.00 Uhr: Iris Meder (Wien): Josef Frank, Werkbund und CIAM
  • 15.00 Uhr: Angelika Schnell (Wien): Architektur der Moderne
  • 16.00 Uhr: Christoph Limbeck-Lilienau (Wien): Der Wiener Kreis und das Bauhaus

Freitag, 15.4.2016

  • 9.00 Uhr: Primus-Heinz Kucher (Klagenfurt): „Die Wissenschaft mit dem bösen Blick“ auf dem Seziertisch der Literatur der 1920er-Jahre: Korrespondenzen und Divergenzen am Beispiel von Hermann Broch, Robert Musil und anderen
  • 10.00 Uhr: Károly Kókai (Wien): Ästhetik und Logischer Empirismus
  • 11.00 Uhr: Christian H. Stifter (Wien): Die Wiener Volkshochschulbewegung bis 1938 – Anspruch und Realität. Eine Skizze
  • 12.00 Uhr: Johann Dvořák (Wien): Arbeit, Einheit der wissenschaftlichen Welterkenntnis und Demokratie. Erinnerungen an den gesellschaftlichen Aufbruch der Kultur der Moderne und eine mögliche wissenschaftliche Kultur in der Demokratie
  • 13.00 Uhr: Abschlussdiskussion

Vortragende

Hans-Joachim Dahms: Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut Wiener Kreis.
Christian Damböck: FWF-Researcher am IVC und Privatdozent am Institut für Philosophie der Universität Wien.
Johann Dvořák: Universitätsdozent, Politikwissenschaftler und Historiker.
Károly Kókai:
Privatdozent an der Abteilung Finno-Ugristik der Universität Wien.
Primus-Heinz Kucher: Professor am Institut für Germanistik der Universität Klagenfurt.
Christoph Limbeck-Lilienau: Projektassistent am Institut für Zeitgeschichte und am Institut für Philosophie der Universität Wien.
Iris Meder: Kunsthistorikerin und Architekturhistorikerin.
Wolfgang Müller-Funk: Professor am Institut für Europäische und Vergleichende Sprach- und Literaturwissenschaften der Universität Wien.
Angelika Schnell: Professorin am Institut für Kunst und Architektur der Akademie der bildenden Künste Wien.
Friedrich Stadler: Professor für History and Philosophy of Science am Institut für Zeitgeschichte und am Institut für Philosophie der Universität Wien, Leiter des Instituts Wiener Kreis.
Christian Stifter: Zeithistoriker, Direktor des Österreichischen Volkshochschularchivs.

Konzeption und Organisation

Károly Kókai

Kooperationspartner
Institut Wiener Kreis. Verein zur Förderung Wissenschaftlicher Weltauffassung