Virginia Woolf (1882–1941) wird oft als feministische Ikone und Vordenkerin gefeiert. Obwohl manche Aspekte ihrer Essays – wie etwa ihre eurozentrische Sichtweise – inzwischen oftmals auch kritisch betrachtet werden, stellt ihr Werk einen wichtigen Meilenstein in der Entwicklung feministischen Denkens dar. In diesem Vortrag wird Woolfs Anschreiben gegen das Patriarchat als Leitmotiv ihres Schaffens untersucht, wobei der Roman Orlando (1928) und der nur ein Jahr später erschienene Essay A Room of One’s Own (1929) im Mittelpunkt stehen. Beide Texte vereinen Fragen rund um Kreativität und (Selbst-)Identität im Kontext patriarchaler Institutionen, die Woolf mit unterschiedlichen sprachlichen und novellistischen Mitteln hinterfragt.
