Buchpräsentation & Gespräch
Ab seinem amerikanischen Exil verweist Theodor W. Adorno wiederholt auf den »größten politischen Schriftsteller, den Österreich je gehabt hat« (Karl Kraus) — den heute überwiegend vergessenen Wiener Kritiker und Publizisten Ferdinand Kürnberger und seinen berüchtigten Auswandererroman Der Amerikamüde (1855). Clemens Brauns Monographie unternimmt zugleich die Spurensicherung einer verschütteten Lektüre und den Versuch einer ideengeschichtlich-philosophischen Engführung: Auch jenseits eines berühmten Zitats über das leblose Leben finden sich anschlussfähige Motive und Denkbilder, in denen ›Amerika‹ zum Inbegriff sowohl von Entfremdungserlebnissen wie Glücksversprechen der bürgerlichen Moderne wird.
Clemens Braun
Mikrologie des leblosen Lebens.
Theodor W. Adorno liest Ferdinand Kürnberger
Podiumsgespräch: Isabel Langkabel (Wienbibliothek im Rathaus)
Moderation: Juliane Werner (Universität Wien / ÖAW)
