“Es gibt keine neutrale Bildung. Bildung ist entweder ein Instrument, das dazu dient, die junge Generation in die Logik des bestehenden Systems einzufügen und sich ihm anzupassen, oder sie wird zur ‚Praxis der Freiheit‘, die den Menschen befähigt, kritisch und schöpferisch seine Realität zu verwandeln.” (Paolo Freire)
Erwachsenenbildung bewegt sich immer (auch) in einem Spannungsfeld: Sie kann Menschen dazu anhalten, sich bestehenden Verhältnissen anzupassen oder sie kann befähigen, ihre Realität kritisch zu hinterfragen und mitzugestalten. Diese Unterscheidung, die Paolo Freire als eine der zentralen Fragen von Bildungsarbeit überhaupt beschrieben hat, ist heute so aktuell wie damals: Zwischen Anpassungsdruck und Gestaltungswillen entscheidet sich, welche Rolle Bildung in einer Gesellschaft spielt.
Diesem Spannungsfeld widmet sich der Auftakt des neuen Jour fixe Bildungstheorie | Bildungspraxis.
Barbara Gruber-Rotheneder (Ring Österreichischer Bildungswerke), Angelika Hrubesch (lernraum.wien VHS Wien), Barbara Litsauer (IWK) und Stefan Vater (VÖV) bringen – moderiert von Jan Niggemann (oieb) – die Erfahrungen ihrer Einrichtungen ins Gespräch und geben Einblick darin, wie Erwachsenenbildung in Theorie und Praxis Halt bieten und Haltung zeigen kann.
