Verfolgt. Verlobt. Verheiratet – Scheinehen ins Exil

Datum/Zeit
​Mo 24/09/2018
16:15–18:00

Ort
Jüdisches Museum Wien

Reihe
Das Exil von Frauen – historische Perspektive und Gegenwart

Typ
Vortrag

Kuratorinnen-Führung durch die Ausstellung im Jüdischen Museum am  Judenplatz

Im März 1938 begann für österreichische Jüdinnen und Juden ein Wettlauf gegen die Zeit. Einige Wiener Jüdinnen retteten sich durch eine Scheinehe mit einem ausländischen Staatsbürger. Diese Ehen wurden pro forma geschlossen, aus Solidarität oder gegen Bezahlung, um in ein Land zu gelangen, in dem Jüdinnen und Juden (noch) nicht verfolgt wurden. Frauen, die bereits im Exil waren, gingen eine Scheinehe ein, um der Staatenlosigkeit zu entgehen oder sich eine Arbeitserlaubnis zu verschaffen.

13 Frauenschicksale, darunter Stella Kadmon und Alma Rosé, berichten von den unterschiedlichen Lebensgeschichten und den Chancen und Risiken einer Scheinehe als Überlebensstrategie – mit unterschiedlichem Ausgang. Die Theaterleiterin Stella Kadmon konnte sich nach Palästina retten, die Violinistin Alma Rosé wurde in Auschwitz ermordet. Nur wenige Frauen erzählten später über ihre Scheinehe.

Kuratorinnen: Sabine Bergler, Irene Messinger

Die Kuratorin Irene Messinger, Mitglied der frauenAG der ÖGE wird durch die Ausstellung führen.

Treffpunkt ist MONTAG, 24. September um 16.15h Beginn der Führung 16.30h Dauer ca. Eine Stunde

Dr.in Irene Messinger ist Politikwissenschafterin und im Bereich Migration-und Exilforschung tätig. Sie lehrt an der Universität Wien und der Fachhochschule für Soziale Arbeit zu den Themen Flucht und Migration, Migrationspolitik und-forschung, Politikwissenschaften, sowie Sozialstaat und soziale Ungleichheit. Ihre mehrfach ausgezeichnete politikwissenschaftliche Dissertation Verdacht auf Scheinehe behandelte das Thema Scheinehe aus intersektioneller Perspektive. 2013-2016 leitete Irene Messinger das Forschungsprojekt Scheinehen in der NS Zeit, ausgezeichnet mit dem Edith Saurer Preis 2014.