ONLINE: Raúl Fornet-Betancourt: Zur Komplexität der Lateinamerikanisierung Karl Marx

Ort: Hörsaal 3B, 3.Stock

Karl Marx ist ein europäischer oder – genauer gesagt – ein deutscher Denker. (Und für viele wohl auch ein „Eurozentriker“.) Diese Feststellung ist allerdings für interkulturelle Belange weit weniger relevant als die Verwunderung darüber, dass ein europäischer Denker so wie Marx zu analysieren und zu argumentieren versteht beziehungsweise sich überhaupt zu jenem vielschichtigen Theoretiker entwickeln konnte. Diese Perspektive geht mit der interkulturell wichtigen Frage nach dem Erbe Europas einher, das einen Philosophen wie Marx zum einen ermöglichte, zum anderen in seiner Arbeit selbst derart zur Sprache kommt, dass sich Menschen aus anderen Regionen sowie anderen Zeiten in ihren eigenen Hoffnungen angesprochen fühlen und ein Gespräch mit seinem Werk und Wirken anfangen.

Mit diesem Hintergrund will der Vortrag anhand einiger Momente der Marx-Rezeption im Rahmen der lateinamerikanischen Philosophie und Theologie der Befreiung zeigen, wo und wie es zu diesem Gespräch kommt, welche Probleme dabei entstehen und welche interkulturellen Anmerkungen jeweils für notwendig erachten werden.

Raúl Fornet-Betancourt: em. Professorfür Philosophie in Bremen, Honorarprofessoran der RWTH Aachen, Vorsitzender des Instituts zur interdisziplinären und interkulturellen Erforschung von Phänomenen sozialer Exklusion e.V. in Eichstätt, Deutschland, Gründer der EIFI (Escuela Intern. de la Filosofia Intercultural), Barcelona, Spanien.