Präsentation der Festschrift für Niko Toš

Datum/Zeit
​Mi 24/01/2018
18:00–20:00

Ort
IWK

Typ
Präsentation

Programm

18:15 – 18:20  Kurzbegrüßung durch Karl H. Müller (Vizepräsident des IWK und Mitherausgeber der Festschrift für Niko Toš)

18:20 – 18:40  Karl Blecha (Präsident des PVÖ): Meine jahrzehntelangen Kontakte zu Niko Toš

18:40 – 18:50  Karl H. Müller: Die Festschrift für Niko Toš im Überblick

18:50 – 19:00   Schlussgedanken von Prof. Niko Toš

Ab 19:00  Allgemeine Diskussion (open end)

Die gesamte Veranstaltung wird in deutscher Sprache gehalten, obwohl die Festschrift in englischer Sprache verfasst wurde und Niko Toš selbst slowenischer Staatsbürger ist.

Niko Toš durchlief im Laufe seines Forscherlebens hochgradig turbulente Zeiten. Die nun vorliegende Festschrift ermöglicht eine intellektuelle Biographie, die mit Niko Toš als ‚westeuropäisch‘ orientierten empirischen Sozialforscher innerhalb des vormaligen Jugoslawiens unter der Führung von Josip Broz Tito ihren Anfang nimmt. Nach Titos Tod im Jahr 1980 verwandelte sich Niko Toš in einen ‚slowenischen‘ Soziologen während einer Phase einer schnellen regionalen Desintegration von Jugoslawien unter immer stärkerer serbischer Dominanz speziell durch Slobodan Milošević. Zu Beginn der 1980er Jahre war Niko Toš auch Präsident der Jugoslawischen Gesellschaft für Soziologie.

Aus dieser Zeit stammen auch die engen persönlichen Kontakte von Niko Toš zunächst zur westdeutschen Sozialforschung unter René König oder Erwin K. Scheuch und später auch zur österreichischen empirischen Sozialforschung, speziell zu Karl Blecha, der in diesen Jahren als Direktor des österreichischen Instituts für empirische Sozialforschung (Ifes) tätig war.

Im Jahr 1991 erklärte Slowenien seine Unabhängigkeit, auf die unmittelbar der 10 Tage-Krieg vom 27. Juni 1991 bis zum 7. Juli 1991 hereinbrach und der durch den viel längeren Krieg um die Unabhängigkeit Kroatiens (1991 -1995) sowie Bosniens (1992 – 1995) abgelöst wurde. Slowenien wurde im Jahr 2004 Mitglied der Europäischen Union und 2007 das erste ‚mittel- und osteuropäische‘ Land der Eurozone.

Während dieser turbulenten Geschehnisse in und um Slowenien setzte Niko Toš seine empirischen Arbeiten zur gesellschaftlichen Dauerbeobachtung fort, nahm an vielen europäischen Initiativen zur Erfassung von Lebensbedingungen und politischen Einstellungen teil und schuf für Slowenien über fünf Jahrzehnte ein einzigartiges Datenkonvolut, das sich hervorragend für Fragen der Analyse von langfristigen gesellschaftlichen Veränderungen eignet.

 

Brina Malnar | Karl H. Müller (eds.)
Societal Enlightenment in Turbulent Times
‚A Festschrift for Niko Toš
Vienna:edition echoraum 2017