Nach den Nazis: dasselbe in… Film, Fotografie, Geschichtspolitik

Datum/Zeit
​Fr 06/11/2020
16:00–21:30

Ort
Depot

Typ
Tagung

Kleine Jahrestags-Tagung zur Kritik postnazistischer Inszenierungen von Public History

Vor 75 Jahren, am 8. Mai 1945, kapitulierte die Wehrmacht und auch in Österreich endete die NS-Herrschaft. Einiges endet mit diesem Ende nicht. Totgeglaubtes lebt fort, aber hier. Nationalautoritäre Politik operiert in den verblüffendsten Kontinuitäten.
Vor 80 Jahren, am 9. Mai 1940, schrieb Siegfried Kracauer in einer Schweizer Zeitung darüber, wie in Historienfilmen Geschichte vermittelt wird: Geschichtlichkeit als Erfahrung. Auf seiner Flucht vor den Nazis aus Deutschland, nun aus Paris, schrieb Kracauer in „Der historische Film“, ein Rückblick in die Vergangenheit könne einem „Schock“ gleichen – angesichts ruinenhafter Muster, die verunsichern, gerade weil ihre Nähe zur Gegenwart und deren Ordnungen unabweisbar ist (im Film, auch in der Alltagsdurchdringung durch Fotografie). Geschichte, die bei materiellen Details und Spuren herrschender Normalverhältnisse ansetzt, macht Kräfte wahrnehmbar, die „in den Untergründen unseres Wesens rumoren“ und „veranschaulicht blitzartig, daß das Totgeglaubte in uns fortlebt“.
Welche Kategorien und Konturen haben Geschichtsbilder von Nationalsozialismus – und Widerstand – in Inszenierungen heutiger Public History? Der Frage gehen drei Vorträge nach: anhand von Buch- und Zeitungsfotografie, von rezenten Dokumentarfilmen (etwa Zustand und Gelände) und Spielfilmen wie Murer, Jojo Rabbit und A Hidden Life.

Mit Vorträgen von Ina Markova (Institut für Zeitgeschichte, Universität Wien), Lena Stölzl (Fachgruppe Medienwissenschaft, Universität Bayreuth) und Drehli Robnik (Theorie-Freelancer, Wien-Erdberg)

Konzept und Organisation: Drehli Robnik

Aufgrund der Covid-19-Maßnahmen gibt es eine stark eingeschränkte Zahl an Plätzen, daher ist die Teilnahme derzeit NUR nach Voranmeldung möglich. Siehe diesbezüglich Website des Veranstaltungsorts Depot.