Gerd Bräuer: Der „Pädagogische Doppeldecker“ im Portfolio: Reflexive Praxis als Chance für vertieftes Lernen in Schule und Hochschule

Datum/Zeit
​Do 21/05/2015
16:00–18:00

Ort
Fachdidaktik Geschichte, Sozialkunde und Politische Bildung

Typ
Vortrag

Reflexive Praxis (Donald Schön 1987) als Möglichkeit zur Optimierung des eigenen Handelns muss gelernt sein – dafür braucht es Zeit und Gelegenheit. Angesichts der Fülle der zu vermittelnden Unterrichts-inhalte, egal ob im Fach Geschichte oder anderswo, scheint es davon nicht genügend zu geben und Lehrpersonen vermeiden Portfolioarbeit als Form reflexiver Praxis bzw. – wenn Portfolios sich wirklich nicht vermeiden lassen – reduzieren Portfolios zur Sammelmappe. Mit Blick auf die Erfahrungen im Umgang mit dem „Pädagogischen Doppeldecker“ (Geissler 1985, Wahl 2006) als hochschuldidaktisches Prinzip (u.a.) in der Lehrer_innenausbildung lässt sich vermuten, dass Studierende, die reflexive Praxis als Teil ihrer Ausbildung vielfach und zielführend erlebt haben, eher bereit und in der Lage dazu sind, Portfolioarbeit im Unterricht als Möglichkeit vertieften Lernens zu nutzen. Im Vortrag soll zuerst der Zusammenhang von Reflexion und vertieftem, nachhaltig wirkendem Wissenserwerb verdeutlicht werden. Dafür wird zuerst kurz in das Konzept der Reflexiven Praxis von Donald Schön (1987) und dessen kommunikationstheoretische Spezifizierung von Bräuer (2014) eingeführt. Anhand von Beispielen aus Unterricht und Studium wird gezeigt, wie sich Schöns Konzept und dessen rhetorische Modifizierung besonders für die Umsetzung durch Portfolios eignen. Durch die hochschuldidaktische bzw. unterrichtsdidaktische Differenzierung von Primär- und Sekundärreflexion entsteht ein Handlungsrahmen für authentische Interaktion zwischen Lehrenden, Lernenden und (hoch-)schulexternen Bezugspersonen, wodurch nicht zuletzt Synergieeffekte zwischen formellem, non-formellem und informellem Lernen entstehen. Am Beispiel eines Projekts „Learning in Depth“ (Kieran Egan 2010) wird das für gelingende reflexive Praxis nötige Aufgabendesign und die damit verknüpfte Interaktion zwischen Peers bzw. zwischen Lernenden und Lehrperson demonstriert.

Gerd Bräuer: Pädagogische Hochschule Freiburg

Anmeldung erbeten unter