Demokratie in der Krise?

In den repräsentativen Demokratien Westeuropas wird seit Längerem über die Grundfunktionen demokratischer Institutionen debattiert und konstatiert, dass konventionelle Partizipationsmuster in Österreich und Deutschland, wie etwa die Mitgliedschaft in Parteien, schwinden, die Wahlbeteiligung sinkt, Populismus zunimmt und die Entscheidungsbefugnisse von Parlamenten zum Teil in externe Expertengremien ausgelagert werden. Zumeist wird dabei an einem Idealzustand von Demokratie festgehalten oder von einer demokratischen Beratungsbefugnis von Parlamenten und einer hohen Partizipationsrate an Wahlen im historischen Vergleich ausgegangen. Zuletzt gewannen in Staaten Europas vor allem rechtspopulistische Parteien, die mit einem Diskurs gegen Fremde Politik machen. Wie wirkt sich dies auf den Zustand der repräsentativen Demokratie aus? Wie lassen sich demokratische Mehrheitsverhältnisse herstellen, die für Inklusion und soziale Gerechtigkeit stehen? Diesen Fragen soll im Vortrag anhand von Beispielen aus Europa nachgegangen werden.

Vortragende: Stefanie Wöhl

Politikwissenschaftlerin und Professorin an der Fachhochschule des BFI Wien. Dort Leiterin des Stadt Wien Kompetenzteam für „European and International Studies“. In Kürze erscheint von ihr als Mitherausgeberin der Sammelband „The State of the European Union“ im Springer Verlag, der verschiedene Politikfelder, die europäische Ökonomie und Phänomene wie Rechtspopulismus in Europa betrachtet.